SANCRÒ
Nur wenige Gemüsesorten trotzen dem Frost in unseren Gärten so gut wie Kohl und Wirsing. Selbst nach den ersten Schneefällen sind sie noch da, was ihre weite Verbreitung erklärt, insbesondere in den nordischen Ländern, wo sie gerne als Beilage zu Schweinefleisch, Gänsebraten und Würsten gegessen werden. In unserer regionalen Küche ist es von November bis Ende Februar üblich, „Sancró“ zuzubereiten, eine Art Sauerkraut. Schon der Name rührt von der Schwierigkeit her, den ausländischen Namen korrekt auszusprechen. Der Einfluss der kontinentalen Küche im Piemont hat historische Gründe, man denke nur an die jahrhundertelange Herrschaft der Visconti über Alessandria. Wirsing wurde von unseren Vorfahren tatsächlich „Mailänder Kohl“ genannt, und die ersten Selektionen und Kreuzungen, die einige Jahrhunderte zurückreichen, fanden in der Gegend um diese Stadt statt.