Haselnusskuchen

Haselnüsse sind ein wohlverdienter Stolz der piemontesischen Konditorei. Im 16. Jahrhundert wuchsen sie sogar wild und wurden zur Herstellung von Polenta oder Brot geerntet. Die Haselnusssorte „Tonda Gentile del Piemonte“, die in Gebieten angebaut wird, die nicht ausschließlich dem Weinbau gewidmet sind, zählt zu den begehrtesten Sorten der Welt. Piemontesische Haselnüsse haben festes, weißes Fruchtfleisch, reifen im August und werden in den Höfen von Bauernhäusern getrocknet. Eines der bekanntesten Haselnussdesserts ist der gleichnamige Kuchen; es gibt unzählige Variationen, und jede Familie hat ihr eigenes Rezept. Manche verwenden Weizenmehl gemischt mit Maismehl oder erhöhen die Menge an Haselnüssen und Eiern so stark, dass das Mehl fast vollständig wegfällt. Andere fügen eine Tasse Kaffee, ein kleines Glas Rum oder Milch hinzu, reiben Zitronenschale darüber oder geben bitteres Kakaopulver oder Vanille hinzu. Es ist sinnlos und unmöglich, von dem „authentischen Rezept“ zu sprechen, denn sie sind alle authentisch und Teil der Familientradition.