Palazzo Lignana di Gattinara
Der Palazzo Lignana di Gattinara in Rivalta Bormida beherbergt die Elisabeth de Rothschild Stiftung. Er befindet sich am Ende der Contrada Lunga, der heutigen Via Giuseppe Baretti. Das Gebäude mit seiner schlichten und eleganten Fassade ist ein typisches Beispiel für eine Adelsresidenz im Alto Monferrato. Es wurde im spätgotischen Stil erbaut und im 17. Jahrhundert verändert, wie die Inschriften in der Loggia belegen. Durch das Portal aus dem 17. Jahrhundert und die Nussbaumtür gelangt man in die Loggia degli Esposti (16./17. Jahrhundert). Sie trägt ihren Namen, weil sie die steinerne Ädikula aus dem 16. Jahrhundert beherbergt, in der sich ursprünglich das Findelrad des Klosters San Teobaldo in Asti befand. Die Loggia bietet einen Blick auf einen kleinen, bezaubernden italienischen Garten, der nach einer Katasterkarte aus dem 18. Jahrhundert neu gestaltet wurde. Besonders sehenswert sind das Treppenhaus mit seinen Fresken (18. Jahrhundert) und die Kapelle des Markgrafen, in der Gemälde und Familiengegenstände aus dem 18. und 19. Jahrhundert ausgestellt sind. „Stolz und Vorurteil“ – Zweitausend Jahre jüdische Geschichte anhand historischer Quellen Einführung in die Ausstellung Die historische Ausstellung „Stolz und Vorurteil“ ist seit April 2017 dauerhaft im Palazzo Lignana aus dem 16. Jahrhundert in Gattinara zu sehen. Anhand wertvoller und seltener historischer Dokumente zeichnet die Ausstellung die letzten zweitausend Jahre jüdischer Geschichte nach, vom antiken Königreich Judäa bis zum modernen Staat Israel. Sechs thematische Abschnitte beleuchten die Stationen der Geschichte des jüdischen Volkes in der Diaspora. Ziel der Ausstellung ist es, einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der jüdischen Geschichte zu leisten und ein besseres Verständnis des israelisch-palästinensischen Konflikts, der aktuellen Situation und der Hoffnungen auf Frieden in der Zukunft zu fördern. „Stolz und Vorurteil“ richtet sich an Schüler, Lehrer, Journalisten und alle, die sich eingehender mit den behandelten Themen auseinandersetzen möchten. Spezielle Fortbildungen bieten hierfür die Möglichkeit. Das historische Material ist in sechs thematische Abschnitte gegliedert: 1. Von den Anfängen bis zum späten Mittelalter (römische, paläoaramäische und arabische Münzen sowie verschiedene spätmittelalterliche Dokumente) 2. Gegenreformation und christlicher Antijudaismus (Entstehung des Antijudaismus; antijüdische päpstliche Bullen) 3. Emanzipation (Albertiner Statut und die Integration der Juden in die italienische Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts) 4. Antisemitische Propaganda im Faschismus (Ikonographie) 5. Die Einführung und die Auswirkungen der Rassengesetze Der Holocaust 6. Der Staat Israel (vom Mandat über Palästina zum Staat Israel, mit Nachzeichnung der wichtigsten historischen Phasen: von den rechtlichen Voraussetzungen des Mandats über die arabisch-israelischen Kriege, die verschiedenen Alyot, den Jüdischen Nationalfonds, Landkäufe bis hin zu den Überlegungen zum Friedensprozess). Die Ausstellung, gefördert von der UCEI (Union der italienischen jüdischen Gemeinden) und dem Kulturreferat der Botschaft Israels, wurde im Juni 2015 im Palazzo Alliata di Villafranca in Palermo – in Anwesenheit des Präsidenten der Region Sizilien – eröffnet und anschließend im November 2016 in der Jüdischen Gemeinde Casale Monferrato gezeigt. Dank der weiteren renommierten Schirmherrschaft des Treccani-Instituts der Italienischen Enzyklopädie wurde im November 2016 die Ausstellung „Stolz und Vorurteil“ in Rom, im Hauptsitz des Instituts der Italienischen Enzyklopädie im Palazzo Mattei in Paganica, von Professorin Anna Foa und Dr. Roberta Ruth Cerruto in Anwesenheit von Präsident Massimo Bray, dem ehemaligen Kulturminister, und der Kulturdelegation der israelischen Botschaft präsentiert. Unter den Neuerwerbungen befinden sich zwei hochgeschätzte Gemälde: das Martyrium der Heiligen Agatha von Paolo de Matteis (1662–1728), einem der bedeutendsten Vertreter des Barock im Königreich Neapel, und das Martyrium des Heiligen Sebastian von Francesco Albani (1578–1660), einem Schüler – zusammen mit Domenichino und Guido Reni – in der Bologneser Werkstatt des flämischen Meisters Denijs Calvaert (Dionysius der Flame) des späten Manierismus. Beide Gemälde stammen aus der Privatsammlung Franchetti de Rothschild. Der Korallenzweig der Concordia, ein kostbares apotropäisches Geschenk von Adolphe von Rothschild (neapolitanische Linie) an seinen Schwager Ferdinand anlässlich dessen Hochzeit mit seiner englischen Cousine Eveline im Jahr 1865, stammt ebenfalls aus der Sammlung Franchetti de Rothschild. Dieses in Trapani gefertigte Schmuckstück mit einer faszinierenden Geschichte wird derzeit restauriert und wird bald in der Kapelle des Markgrafen neben dem kostbaren Fabergé-Gemälde ausgestellt, einem Geschenk des Musikers Alberto Franchetti an seine Tochter Maria. Das Schloss ist Teil des Programms „Castile Aperti“ (Offene Schlösser). Besichtigungen sind täglich nach vorheriger Reservierung möglich (mindestens zwei, maximal sechs Personen). Es wird empfohlen, mindestens zwei Tage im Voraus zu buchen.
Adresse und Kontakte
via Baretti, 20 - 15010 Rivalta Bormida (AL)
Telefon: +39 345.8566039
E-mail: info@elisabethderothschild.com
Link
http://www.elisabethderothschild.com/