La Casa Gotica o Casa del Tranquillo - Chiuso temporaneamente
Der Bau dieses Hauses geht vermutlich auf die Zeit der Investitur Opizzino Spinolas als Lehnsherr (1313) zurück, die den Beginn einer Phase reger Bautätigkeit in Arquata markierte. Alfredo D’Andrade bemerkte bei einem Besuch in Arquata im Jahr 1882 mehrere Fachwerkhäuser und fertigte detaillierte Skizzen davon an. In einer Randnotiz vermerkte er: „…ein Fachwerkhaus, von denen viele noch heute in Arquata zu sehen sind, insbesondere in den Gassen, die von der Via Maestra zum Schloss hinaufführen. Diese Gassen mit ihren Häusern sind überaus malerisch…“ Einige typisch mittelalterliche Architekturelemente sind deutlich erkennbar, wie etwa das Zahnschnittfries des Taubenschlags im Giebel, einige Ziegelbänder im Fischgrätmuster und die für die Fachwerkbauweise typischen Dachüberstände. Die Gebäudetypologie erinnert an das sogenannte „Maison à la guise de France“, das typische mittelalterliche Stadthaus im französischen oder nordischen Stil mit einem Laden im Erdgeschoss, einem Seiteneingang und Treppenhaus sowie Wohnräumen im ersten und zweiten Stock. Das betreffende Gebäude verdient besondere Erwähnung, da es die Merkmale eines echten archäologischen Fundes aufweist, insbesondere als herausragendes Beispiel der Fachwerkbauweise. Diese Besonderheit ergibt sich aus seiner geografischen Lage, die im Vergleich zur nordischen Welt, wo diese Technik bis vor relativ kurzer Zeit weit verbreitet war, ungewöhnlich ist. Darüber hinaus sind in Norditalien Zeugnisse mittelalterlicher Wohnhäuser mit diesen Merkmalen, die ohne größere Umbauten erhalten geblieben sind, selten: Die nächstgelegenen befinden sich in der Gemeinde Ozzano Monferrato oder in der Region Biella. Zwischen 2003 und 2006 wurde es restauriert und 2010 zum Sitz des Vereins Arquator Presepi Onlus, der eine Dauerausstellung mit Gipsreliefs aus dem Leben Jesu beherbergt. Das Haus ist in Holzbauweise errichtet, nicht nur für die horizontalen Elemente (Böden und Dach), sondern auch für das vertikale Wandgerüst. Das dreigeschossige Gebäude besteht aus drei leicht vorspringenden, übereinander gestapelten „Boxen“ (sodass die Geschosse nach oben hin größer wirken). Die Holzbalkenkonstruktion ist von teilweise tragendem Mauerwerk umschlossen. Von der Eingangshalle, die zur Hauptstraße hin liegt und mit ziemlicher Sicherheit als Werkstatt diente, führt eine massive Sandsteintreppe durch das Mauerwerk und ist sogar von außen sichtbar. Eine weitere Tür im zweiten Stock öffnet sich zum Seitengang Vico Gelsomino und bot einst direkten Zugang zu den Wohnräumen der Familie.
Adresse und Kontakte
via Interiore, 31 - 15061 Arquata Scrivia (AL)
Telefon: +39 339 314.6346
Link
https://comune.arquatascrivia.al.it/vivere-il-comune/luoghi/casa-gotica/
https://www.facebook.com/ArquaTor-Presepi-Onlus-162663113908554/