Chiesa di Santa Maria e San Siro
Das heutige Gebäude stammt aus dem späten 14. und frühen 15. Jahrhundert. Seine stilistischen Hauptmerkmale sind die lombardische Gotik, insbesondere die der Lomellina. Es handelt sich um einen sogenannten Hallenkirchentypus: Die Seitenschiffe sind hoch genug, um zusammen mit dem Mittelschiff einen einheitlichen, sofort erkennbaren Raum zu schaffen. Die Fassade wirkt schlicht, wird aber durch drei leicht ausgestellte Spitzbogenportale mit reichem Terrakotta-Dekor und zwei Strebepfeiler mit Fialen belebt. Die Seitentüren sind von kunstvollen Paneelen umgeben, die das Interesse von Wissenschaftlern geweckt haben, während die Konturen des Mittelportals durch eine Reihe von gedrehten Kordelverzierungen und Pflanzenmotiven hervorgehoben werden. Dies sind typische Beispiele der Visconti-Sforza-Ziegelarchitektur, eines Typus mit charakteristischen Stilmerkmalen wie aufwendig gestalteten Spitzbogenportalen in Rahmen, wobei verzierte Terrakotta-Paneele eine insgesamt elegante Struktur bilden. Der Innenraum gliedert sich in drei Schiffe mit insgesamt fünf Jochen, an deren Enden sich ein zentraler Chor und zwei Kapellen mit nahezu quadratischem Grundriss befinden. Eine strenge Geometrie, basierend auf der Wiederholung quadratischer Elemente im Grundriss, erinnert an Zisterzienserkirchen. Imposante zylindrische Säulen mit schlichten kubischen Kapitellen prägen den Rhythmus, und die Kreuzrippengewölbe sind ein charakteristisches Merkmal der Gotik. So entsteht ein lichtdurchfluteter Raum, in dem die einzelnen Elemente harmonisch aufeinander abgestimmt sind und eine erhabene und schlichte Schönheit ausstrahlen. Während die Raumaufteilung und der strenge Grundriss an Zisterzienserkirchen erinnern, bestätigt die formale Gesamtgestaltung, dass die Kirche Santa Maria zur Sakralarchitektur des späten 14. Jahrhunderts in der Po-Ebene gehört. Selbstverständlich müssen die Veränderungen, die die Kirche im Laufe der Jahrhunderte durchgemacht hat, berücksichtigt werden: So kann man sich die Innenwände im 15. Jahrhundert vollständig mit Fresken bemalt vorstellen, was damals weit verbreitet war. Bereits im späten 16. Jahrhundert wurden infolge der neuen Bestimmungen der Gegenreformation wahrscheinlich bedeutende Veränderungen an der Inneneinrichtung vorgenommen. Diese Veränderungen setzten sich zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert im Sinne der neuen barocken Ästhetik fort, deren Spuren noch heute im Presbyterium zu sehen sind. Don Franzosis Restaurierungsarbeiten entfernten mehrere Altäre, ein Relikt jener Zeit und des damaligen Geschmacks, und stellten so die ursprüngliche Schlichtheit wieder her. Ergänzend sei erwähnt, dass der ursprüngliche Glockenturm mit der Kirche eine Einheit bildete und sich über dem linken Portal befand. In einem Bericht des Pfarrers, verfasst während eines Pastoralbesuchs im späten 17. Jahrhundert, wird er als sehr hoher gotischer Turm beschrieben. Sie stürzte eines Nachts im Februar 1704 auf katastrophale Weise ein und riss einen Teil der Fassade mit sich, glücklicherweise ohne dass es zu Verletzten kam. Sie wurde eilig wiederaufgebaut, offensichtlich im spätbarocken Stil der damaligen Zeit, diesmal außerhalb der Kirche.
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