Monastero di San Remigio
Die Geschichte dieses Monuments beginnt vor langer Zeit, am 10. Juni 1033, als Markgraf Adalberto aus dem Geschlecht der Obertenger und seine Gemahlin Adelasia die Benediktinerabtei Santa Maria di Castiglione bei Parma mit zahlreichen Besitztümern und Immobilienrechten in verschiedenen Grafschaften des Königreichs Italien ausstatteten. Damals erstreckte sich die Herrschaft der Obertenger über ein weites Gebiet Norditaliens, die Mark Obertenga, zu der sowohl Parma als auch dieser Teil des Apennins gehörten. Dies erklärt, warum der Abtei Ländereien in Gavi, Tassarolo und Palaude (Parodi) zugeteilt wurden. Der in den Urkunden erwähnte Name Palaude erinnert daran, dass das Land um das heutige Zentrum von Parodi sumpfig war. Die Benediktinerpatres, die sich hier ansiedelten, urbar machten es urbar, indem sie das stehende Wasser des Baches Albedosa trockenlegten, und errichteten inmitten des fruchtbaren und bewirtschafteten Tals das Kloster, das dem Heiligen Remigio geweiht wurde. Die erste urkundliche Erwähnung des Klosters stammt vom 13. April 1143, als eine päpstliche Bulle von Papst Innozenz II. die Unterordnung von San Remigio unter Santa Maria di Castiglione bestätigte, welches wiederum direkt dem Heiligen Stuhl unterstand. Bereits 1188 gehörte die nahegelegene Kirche Santo Stefano zu San Remigio, und innerhalb weniger Jahre entstanden in der Umgebung landwirtschaftliche Gemeinschaften, von denen einige eigene Bürgermeister hatten und sich so von der Herrschaft der Obertenghi lösten. In diesen Jahren gewann der Klosterkomplex von San Remigio rasch an Bedeutung, was sich in den Streitigkeiten nicht nur zwischen den Städten Genua und Tortona, sondern auch zwischen den jeweiligen Diözesen zeigte, die um dieses Stück Oltregiogo wetteiferten. Die Verbindungen zu Santa Maria di Castiglione in Parma schwächten sich ab, während jene zu Genua immer enger wurden. So wird in einer Urkunde von 1378 der Genuese Aleramo Spinola di Luccoli als Rektor von San Remigio genannt. Der zum Kloster gehörende Landbesitz war bei genuesischen Patriziern sehr begehrt, wie die Liste der Prioren, Rektoren und Äbte belegt, die das Kloster über die Jahrhunderte leiteten und allesamt genuesischen Adelsfamilien angehörten. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde San Remigio unter der Schirmherrschaft der Familie Doria zur Pfarrei erhoben. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde das alte Kloster zum Wohnsitz des Pfarrers umgebaut, und die Besitztümer des alten Klosters wurden verkauft. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Kirche erneut zu einem wichtigen Zentrum des religiösen Lebens und wurde deshalb zu einer dreischiffigen Kirche umgebaut, um der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden. Die Pfarrkirche blieb im gesamten 19. Jahrhundert und bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Gebrauch, doch ihre abgelegene Lage verstärkte den Wunsch der Bevölkerung nach einer Kirche innerhalb der Stadtgrenzen. 1959 wurde in Cadepiaggio die neue Pfarrkirche errichtet, und die alte Kirche der Benediktinerpatres, die ihre jahrhundertelange Bedeutung verloren hatte, wurde endgültig aufgegeben und erlebte die dunkelsten Jahre ihrer langen Geschichte, die 1982 im Einsturz des Gewölbes des Mittelschiffs gipfelten. Heute verfügt die Kirche mit einem Haupteingang an der axialen Fassade und zwei Seiteneingängen vom Innenhof über drei Schiffe: Das breitere Mittelschiff ist durch kreuzförmige Säulen von den Seitenschiffen getrennt. Der Fassadenabschnitt unterhalb des Glockenturms ist mit Sicherheit der älteste; an den Wänden finden sich architektonische Merkmale aus der Gründungszeit des Gebäudekomplexes. Das Mittelschiff endet in einer halbrunden Apsis, der ein tiefes Presbyterium vorgelagert ist. Die Längswände des Presbyteriums verbinden sich mit den beiden Sakristeien, der älteren rechts und der im 20. Jahrhundert erbauten links. Die Seitenschiffe werden durch mehrfach geschwungene Fenster erhellt, und am größten Bogen wird die geradlinige Wandführung durch zwei viereckige Seitenkapellen unterbrochen, die den Innenraum erweitern. Das Gewölbe des Mittelschiffs ging beim Einsturz 1982 verloren, doch einige Spuren seiner Konstruktion sind erhalten geblieben und zeugen von fünf Kreuzgewölben. Die Säulen mit ihren Basen bestehen aus behauenen Blöcken aus lokalem Stein und überlappenden Ziegeln. Eine elliptische Kuppel, deren Hauptachse parallel zur Fassade verläuft, überspannt das Presbyterium und wird von einer Laterne mit ebenfalls elliptischem Sockel bekrönt. Die halbzylindrische Apsis besitzt eine zentrale Nische, die von zwei Fenstern flankiert wird, die dieselbe Form wie die der die Kuppel bekrönenden Laterne haben. Heute kann das Gebäude im Rahmen von Veranstaltungen und Ausstellungen besichtigt werden.
Adresse und Kontakte
Località San Remigio - 15060 Parodi Ligure (AL)
Telefon: +39 0143 681105
E-mail: info@comune.parodiligure.al.it
Link
https://www.comune.parodiligure.al.it/it-it/vivere-il-comune/cosa-vedere/monastero-di-san-remigio-6015-1-9528faa75a126228675737afd86a891f