Chiesa di San Giacomo della Vittoria

Der Bau der Kirche erinnert an eine glorreiche Heldentat: den Sieg vor den Toren von Alessandria am 25. Juli 1391, dem Fest des Heiligen Jakobus. Die Alexandriner und die Truppen der Visconti unter dem Befehl des Veroneser Feldherrn Jacopo Dal Verme besiegten das französische Heer unter Johann III. von Armagnac, das die Stadt angegriffen hatte. Ein Teil der Kriegsbeute wurde für den Bau der Kirche verwendet, die den passenden Namen „Kirche des Sieges“ erhielt. Der ursprüngliche Bau dürfte zu Beginn des 15. Jahrhunderts fertiggestellt worden sein. Nach einem Wiederaufbau im Jahr 1500 und späteren Umbauten diente die Kirche im Laufe der Jahrhunderte zunächst als Hospital und dann als Lagerhaus; das angrenzende Kloster wurde als Kaserne der Carabinieri genutzt und ging später in den Besitz der Kapuziner über. Schließlich wurden Kirche und Kloster den Serviten zugeteilt. Im Jahr 1869 wurde die Notwendigkeit verschiedener Restaurierungsarbeiten an der Fassade des Kirchengebäudes deutlich, insbesondere am einsturzgefährdeten Dach. Daher veranlasste Pfarrer Giuseppe Grassi, der Kaplan der Kirche, 1871 die dringendsten Reparaturen an den gefährdeten Stellen. Die Restaurierung wurde am 28. Oktober 1923 abgeschlossen. Die Fassade ist durch Elemente im Renaissancestil geprägt und in zwei horizontale Bänder unterteilt. Das obere Band weist eine große Rosette auf und wird von einem Tympanon bekrönt. Der Innenraum besteht aus einem einzigen Kirchenschiff mit Tonnengewölbe. Das Gewölbe ist mit dekorativen Freskenmotiven und vergoldeten Stuckgesimsen aus den 1850er und 1860er Jahren verziert. Das Andachtszentrum bildet die kunstvoll eingelegte und vergoldete Holzstatue der Schmerzensmutter aus dem 18. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert ist der erhaltene Teil der ursprünglichen Freskendekoration aus dem 14. Jahrhundert: die Madonna del Latte (Stillende Madonna), gemalt 1395 und dem Lodier Maler, bekannt als der „Meister von Ada Negri“, zugeschrieben. Das Fragment befindet sich in einer Glasvitrine an der rechten Außenwand und wird durch einen Vorhang aus dem späten 19. Jahrhundert ergänzt. Dank des Vereins SpazioIdea ist die Kirche täglich für Feierlichkeiten und Veranstaltungen geöffnet.